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Mittwoch, 13. November 2013

Stadtmuseum Dresden

Am vergangenen Freitag leiteten wir unseren persönlichen Museumsmarathon im Rahmen der Museumsrallye Dresden ein und entschieden uns zum Start für die ergiebige Variante: 2 Museen - 1 Haus. Heute gibts aber zuerst mal das Stadtmuseum. Gedanklich eingefangen von mir, fotografisch teilweise auch vom Freund.



Beide Museen sind im sogenannten Landhaus untergebracht, das nach fünfjähriger Bauzeit im Jahr 1775 fertiggestellt wurde und sich durch Stilelemente des Spätbarock, Rokoko und Frühklassizismus auszeichnete. Nachdem es über anderthalb Jahrhunderte Verwaltungs- und Versammlungszwecken diente, wurde es 1945 zerstört und in den darauffolgenden Jahren stückweise wiederaufgebaut, gesichert und rekonstruiert. Seit den 1960er Jahren steht das Stadtmuseum Bürgern und Besuchern offen, um mehr über die Dresdner Stadtgeschichte zu erfahren.



Es wirft als Museum für Stadtgeschichte selbstverständlich einen Blick auf die Stadtentwicklung - im Falle Dresdens seit dem 12. Jahrhundert. Das klingt - zumindest für mich als Museumsbesucherin, die Kunst-, Spielzeug- und Experimentiermuseen jedem technischen oder historischen vorzieht - erstmal langweilig, ist durch zahlreiche Exponate, Stadtmodelle und allem möglichen mehr aber doch sehr anschaulich gestaltet.



In den anfänglichen Jahrhunderten, die ich weder ausschweifend beschreiben möchte noch kann, picke ich folgende heraus, um einen Eindruck der Bandbreite zu vermitteln. Einerseits gab es da ein Buch, in dem Seuchen, Brände und andere Katastrophen, die das Dresdner Stadtleben beeinflussten, dokumentiert wurden. Andererseits die Ausblicke auf den Pirnaischen Platz heute und aus den unterschiedlichsten Jahrzenten, aber auch die Darstellung der Verhältnisse einfacher Familien - veranschaulicht an der Anzahl der Familienmitglieder und deren Besitztümer -, die unter all den wichtigen Fürsten und Erfindergeistern (die es natürlich auch zur Genüge zu bestaunen gibt) nicht in Vergessenheit geraten. Alles ziemlich spannend!









Inmitten dieser ganzen Menge Geschichte haben mich die Ausstellungsräume zum Thema "Demokratien & Diktaturen" aber besonders beeindruckt. Die schrecklich-gute Dokumentation der Ereignisse rund um den Zweiten Weltkrieg ist sehr vielseitig und ich war etwas geschockt, als ich las, dass von 5400 Dresdner Juden am Ende des Zweiten Weltkrieg nur noch zwölf übrig waren. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich seit Langem nicht mehr so intensiv über die Geschichte Dresdens nachgedacht habe, auch wenn man doch immer wieder von neuen Bombenfunden oder abgeschlossenen Sanierungsarbeiten hört und die üblichen Bilder kennt. Einige der ausgestellten Fotografien haben mich wirklich sprachlos gemacht...

 

Was zum Schmunzeln und Freuen gibt es aber auch: "Breakdance in der DDR"-Artefakte, "Comp Ju+Ter" und wunderbare Verpackungen zum Beispiel?




Wem das jetzt nicht reicht, der huscht einfach mal auf der Website des Stadtmuseums vorbei oder schaut sich eben selbst mal um, ein Besuch in Dresden lohnt sich schließlich allemal! Freitags ab 12 Uhr ist der Eintritt - wie in den meisten anderen Städtischen Museen - frei und einen schicken Museumsshop gibt es auch. Und jetzt der Obergeheimtipp: Ab dem 30. November 2013 gibt es eine Sonderausstellung, die man sich nicht entgehen lassen sollte: "Schokoladenstadt Dresden - Süßigkeiten aus Elbflorenz". Wenn das nichts ist!

Freitag, 1. November 2013

Museumsrallye Dresden: 79 Tage, 16 Museen, 48 Fragen

Heute Nachmittag um 15:00 Uhr fällt im Stadtmuseum der Startschuss zur Museumsrallye Dresden. Dabei lädt das Studentenwerk in Kooperation mit 16 Dresdner Museen alle Studenten bis zum 18. Januar 2014 zu einer "besonderen Entdeckertour" ein.
 Die Spielregeln sind einfach: Auf der Homepage registrieren und ab dem 1. November die Museenlandschaft Dresdens unsicher machen. Jedes Museum hält am Eingang jeweils drei Fragen bereit, die gelöst und im Anschluss online eingetragen werden sollen. Je nach Schwierigkeitsgrad kann man für die Fragen 100, 200 oder 300 Punkte erhaschen - ergo 600 Punkte pro Museum; macht bei 16 Museen 9600 mögliche Punkte. Zusätzliche können in den drei außerhalb liegenden Museen, aber z.B. auch durch "fotografische Beweise" auf Facebook gesammelt werden.

Ich würde natürlich nicht darüber schreiben, wenn ich mich nicht selbst dieser Herausforderung anschließen würde. Folgende Museenliste gilt es also in den nächsten 79 Tagen abzuarbeiten:
  1. Albertinum
  2. Deutsches Hygiene-Museum
  3. Technische Sammlungen
  4. Stadtmuseum Dresden
  5. Städtische Galerie Dresden - Kunstsammlung
  6. Verkehrsmuseum
  7. Carl-Maria-von-Weber-Museum
  8. Erich Kästner Museum
  9. Gedenkstätte Bautzner Straße
  10. Heimat- und Palitzschmuseum
  11. Japanisches Palais - Museum für Völkerkunde
  12. Kraszewski-Museum
  13. Kügelgenhaus - Museum der Dresdner Romantik
  14. Mathematisch-Physikalischer Salon
  15. Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
  16. Museum Körnigreich
Die ersten sechs kenne ich dabei schon mehr oder weniger, weshalb ich mich bei diesen besonders auf die Fragen freue. Einziger Wermutstropfen bei der ganzen Aktion: Die Eintrittsgelder müssen selbst übernommen werden.
Das liegt zwar nahe und geht bei den meisten Museen durch ermäßigte Preise auch nicht über 3 Euro hinaus. Im Großen und Ganzen "läppert" sich das aber, wie man so schön sagt und selbst eine kostenlose Fotoerlaubnis in den Museen wäre schon schön gewesen. Denn auch die schlägt beispielsweise in den Technischen Sammlungen ebenfalls mit 3 Euro zu Buche.*

Darüberhinaus freue ich mich aber sehr und hoffe, mindestens 12 Museen abzuhaken, um euch mit den heißesten Museumstipps in Dresden versorgen zu können.




*Ich möchte an dieser Stelle nur noch mal kurz anführen, dass ich in den Dresdner Museen den Umgang mit Fotoerlaubnissen - insbesondere in den Staatlichen Kunstsammlungen - sowieso für äußerst beschränkt halte. Während in einigen Museen (aus aktuellem Anlass etwa die Pinakothek der Moderne in München) nicht einmal eine Fotoerlaubnis gekauft (oder im Schirn Frankfurt bspw. nur aufgedüllt werden muss, um öffentliche Nutzung auszuschließen) werden muss, denkt im Albertinum überhaupt keiner daran. Und wenn's schonmal eingeführt ist, wird's drei Tage später wieder abgeschafft. Ja, finde ich ziemlich schlecht!